Was ist der Entourage-Effekt?

Wenn wir von Hanf oder Cannabis Produkten sprechen, denken wir vor allem an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). das sind auch die mit Abstand bekanntesten und am meisten erforschten Cannabinoide in der Hanfpflanze. Dabei ist vielen nicht bewusst, dass insgesamt bereits über 120 Cannabinoide oder deren Vorstufen im Hanf gefunden wurden. Dazu zählen zum Beispiel CBN, CBC und CBG, die nach und nach ebenfalls Beachtung für Ihre therapeutischen Eigenschaften in der Forschung erhalten, sowie Terpene wie sie ähnlich auch in ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Orangenöl zu finden sind. Und weil die Natur es am besten weiß, gibt es höchstwahrscheinlich Synergie-Effekte wenn all dies Wirkstoffe gemeinsam in ihrer natürlichen Kombination zum Einsatz kommen - und damit kommen wir zum Entourage-Effekt:

Der Entourage-Effekt geht davon aus, dass das volle Spektrum an Cannabinoiden in ihrer Kombination wie sie natürlich im Hanf vorkommen effektiver im Körper wirken kann als die einzelnen Wirkstoffe.

In der CBD-Produktwelt spiegeln sich die Unterschiede in Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat-Produkten wieder: 

  • Vollspektrum-Produkte enthalten das natürliche und volle Spektrum an Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden, wie sie in der Pflanze vorkommen. Der THC Level in diesen Produkten darf in Deutschland lediglich unter 0,2% liegen.
  • Bei Breitspektrum-Produkten wird gewöhnlicherweise lediglich THC aus dem Cannabidiol-Komplex isoliert und entnommen.
  • Isolat oder auch sogenanntes “reines CBD” enthält lediglich CBD und keine der natürlichen vorkommenden anderen Wirkstoffe. 

Wer vom Entourage-Effekt ausgeht, sollte demnach zu einem Vollspektrum Produkt greifen.

Was sagt die Wissenschaft?

Es gibt einige wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Entourage-Effekt. Allerdings auch noch sehr viel Forschungsbedarf. So hat zum Beispiel das British Journal of Pharmacology 2011 ein Studien Review zu den Synergieeffekten der einzelnen Wirkstoffe veröffentlicht. Es beleuchtet das Zusammenspiel von Terpenen und Phytocannabinoiden bei unterschiedlichen Beschwerden und Krankheitsbildern.

Bereits 1981 gab es erste Veröffentlichungen die konstatieren, dass ein Vollspektrum-Pflanzenextrakte um ein vielfaches aktiver sind als die einzelnen isolierten Wirkstoffe.

Eine etwas jüngere Studie von 2018 untersuchte die antientzündliche Wirkung von bestimmen Terpenen und Flavonoiden und ihre Wirkung in der Therapie bei kognitive Beeinträchtigungen im Gehirn wie neurogenerativen einschließlich neurodegenerativen (z.B. Alzheimer, Parkinson) oder anderen neurologische Störungen oder Hirnverletzung.

Eine weitere Studie aus 2018 unterstützt die Theorie des Entourage-Effekts im Zusammenhang mit Brustkrebs. Im folgenden wissenschaftlichen Artikel finden sich weitere Zusammenfassungen und Referenzen zu Studien im Bereich von Akne, Depression, Schlaflosigkeit, Demenz und Sucht.